(Losung vom 06.12.2019)

Kirchenmusik-Blog

„FEINSTE KIRCHENMUSIK“

laut Stuttgarter Wochenblatt vom 23.12.2015

Wir fiebern drauf hin: Preisverleihung des Lotto-Musiktheaterpreises

Am 16.10. wird endlich das Geheimnis gelüftet. Dann wird im Theaterhaus am Pragsattel verkündet, wer den Wettbewerb des Lotto-Musiktheaterpreises 2015/16 gewonnen hat.

Das Musical "Krach bei Bach", das im Oktober 2015 aufgeführt wurde, war die erste von 16 nominierten Musicalaufführungen. Vielleicht erinnert sich die Jury noch daran und ... wer weiß ...

Wen es auch interessiert, der kann um 14 Uhr im Theaterhaus schauen, wo der Kinderchor-Oscar hingeht.

Wir sind soooo gespannt!

 

Nachtrag: Leider gabs einfach bessere Ensembles, aber immerhin waren wir nominiert.

Halleluja

Eine Woche nach der Posaunenchor-Serenade gelang es der Kantorei mit dem "Halleluja"-Konzert, mit dem Posaunenchor mindestens gleichzuziehen.

Ebenfalls sehr, sehr gut besucht, hatte dieses Konzert einige der bekanntesten Chornummern auf dem Programm. Mendelssohnsche achtstimmige Werke, große Haydn-Chöre aus der "Schöpfung", Mozarts "Ave verum", Bachchoräle und natürlich das "Halleluja" aus dem "Messias" erfreuten das Publikum. Mit der doppelchörigen Motette "Herr, wenn ich nur dich habe" aus den "Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz, die den Raumklang nutzte, indem Chor 1 auf der oberen Seitenempore aufgestellt war, Chor 2 im unteren Seitenschiff sang, und der Rheinberger-Motette "Bleib bei uns, denn es will Abend werden", die die Kantorei in Kreisaufstellung rund um die Zuhörerschaft sang, gelang den Sängerinnen und Sängern ein beeindruckendes Hörerlebnis für das Publikum.

Im Anschluss an das Konzert richtete der Freundeskreis für Kirchenmusik sein jährliches Sommerfest, den "Sommernachtstraum" aus, bei dem Pizza und Getränke in höchst überraschender Gerschwindigkeit vertilgt wurden, so dass manche sich nur mit einer Pizzaschnitte begnügen mussten.

Was wohl aber niemanden sehr verärgerte, denn der Erlös des Abends, der jeweils zur Hälfte dem Freundeskreis für Kirchenmusik und der Orgelrenovierung zugute kam, war der höchste, der jemals zusammenkam.

Herzlichen Dank für die Unterstützung. 

Posaunenchor-Serenade

Bei traumhaftem Sommerwetter spielte sich der Vaihinger Posaunenchor selbst ein Ständchen zum 110. Geburtstag. Im schönen Kirchhof "unter den Linden" musizierten die Bläser/innen und Jungbläser mit Fabian Hanke als Gast an der Tuba sowie der Pauker Karl-Heinz Himstedt ihre Lieblingshits im "Best of Posaunenchor"-Konzert, dirigiert von KMD Rainer Bohm.

Stuhl um Stuhl wurde noch kurz vor Beginn des Konzerts aus der Kirche hinausgetragen, die Zuhörer/innen kamen so zahlreich, dass die vorgesehenen Plätze lange vor Konzertbeginn belegt waren. 

Die Stücke des Programms waren von den Mitgliedern des Posaunenchors ausgesucht worden, sie durften sich ihre Lieblingshits wünschen. Und so kam ein äußerst unterhaltsames Programm zusammen: knackige Tangorhythmen bei Thomas Riegelers Choralbearbeitung von "Schmückt das Fest mit Maien", würdige Klänge bei Händel und Bach, nicht wegzudenken der Soundtrack von "Fluch der Karibik" und Jesus Christ Superstar" und als einer der Höhepunkte die Bohmsche Bearbeitung der "Winterstürme" aus der "Walküre" von Richard Wagner. Es war für jeden etwas dabei, manche sangen mit, viele wippten im Takt und freuten sich an der schönen Musik.

Dass die Stimmung so gut war, lag natürlich auch an der Geburtstagsbar, die im Anschluss an das Konzert geöffnet wurde. Lange blieben viele Besucherinnen und Besucher des Konzert noch im Kirchgarten sitzen und genossen den lauschigen Abend.

Trio Cantabile

Das war einmal ein zauberhaftes Konzert! Der Vor-Vorgänger an der Kirchenmusikstelle in Vaihingen, Peter Meincke, mit seinem Ensemble "Trio Cantabile" versetzte die Konzertbesucher der Stadtkirche in ein barockes Musikparadies. Kleine geistliche Konzerte von Heinrich Schütz wechselten sich ab mit hochvirtuosen Flötensonaten, fröhliche Opernarien kontrastierten bewegende Trauergesänge von Liebe und Leid, dann wiederum kleine Psalmvertonungen und Bachsche Sonatensätze.

Zu jedem Stück wusste Peter Meincke etwas zu erzählen, selbst als der hervorragende Flötist Roman Namakonov seine Flöten aus dem Jackenärmel zauberte, wurde uns erläutert, dass auch Blockflöten wärmebedürftig sind und auf Spieltemperatur gebracht werden müssen. 

Peter Meincke als Bariton und Katrin Springborn (was für ein schöner Name für eine Koloratursopranistin ;-) ) als Sopran ergänzten sich wunderbar, sowohl klanglich als auch musikalisch. Und besonders erwähnenswert ist, dass sich die Herren am Cembalo abwechselten und beide tolle Continuospieler sind.

Das begeisterte Publikum spendete eine erfreuliche Summe, die die Musiker der Finanzierung der Orgelrenovierung widmeten.

Ganz herzlichen Dank für Musik und Opfer.

GTB

 

Pfingstnacht

Pfingstsonntag 2016

Von 19 - 23 Uhr war wieder "Nacht der offenen Kirche" in Vaihingen.

Mit einem kleinen Imbiss, organisiert vom Kirchengemeinderat, beganns. Im "Kammerkonzert" waren dann Werke von Telemann, Buxtehude, Corelli und anderen zu hören. Der hohe Sopran Anja Stäblers und die Virtuosität Adelheid Abts auf der Violine machten ein spannungsgeladenes Konzert daraus. besonders interessant war die Improvisation für Violine und Klavier über den 98. Psalm.

Danach gabs eine Orgelführung, bei der sehr viele Interessierte dem Organisten Rainer Bohm zuhörten, um daraufhin von Pfarrer Stefan Cohnen in die Interna der Vaihinger Stadtkirche eingeführt zu werden. Und wer immer noch nicht Herrn Eberius´Eisenbahn genau angeschaut hatte, konnte das jetzt tun.

Im anschließenden Orgel-Improvisationskonzert "Geistes-Blitz" improvisierte Rainer Bohm über sechs der beliebtesten Pfingstchoräle - mal hochvirtuos, mal ganz zart und intim. 

Mit einer Andacht von Pfarrerin Hechler schloss der Abend.

Pfingstgottesdienst

15.5.2016 Stadtkirche

 

Im Abkündigungsteil des Pfingstgottesdienstes wurden den Vaihinger Kirchenmusikern die Titel des "Kirchenmusikdirektors" verliehen. Landeskirchenmusikdirektor Matthias Hanke überbrachte die Urkunden des Landesbischofs und wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der Kirchenmusik hin. 

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Viele Sängerinnen und Sänger aus den Kantoreien und der Posaunenchor waren der Einladung gefolgt, mitzufeiern und bereiteten der Gemeinde "ein schönes Pfingstfest nah und fern".

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Bilder: Jürgen Lander 

Danke an alle!!!

Die Timm-/Bohms

Muttertagskonzert der Kinderchöre

8.5.2016  Stadtkirche

Das war doch mal was richtig Schönes. Von den Erstklässlern bis zur Kurrende gabs Musikgeschenke aller Art. Von der kaputten Schneemaschine bis zu dreistimmigen a-cappella-Abendliedern von Johannes Brahms, getanzten englischen Kanons oder Sternenfängerlieder. Es gab einfach Mögliches und Unmögliches. 

Super gesungen und zukunftsweisend!

 

Ostern, Konfirmationen

Und nicht zu vergessen, die vielen, vielen Musiken in den Festgottesdiensten von Posaunenchor, JUKA und dacapo. Danke an alle, die immer treu Sonntag morgens oder Samstag abends da sind und für sooo schöne Musik sorgen.

Karfreitag – Augustin Pfleger: Passionsmusik

25.3.2016 Stadtkirche

Ein paar Tage später dieselben Worte Jesu in ganz andrer Form.

Mit Augustin Pfleger kommt ein Musiker nach Vaihingen, der weitestgehend unbekannt ist, da seine respektablen Kompositionen seit 400 Jahren in irgendwelchen Regalen schleswig-holsteinischer und mecklenburgischen Kirchen und Höfe verstauben. Bestimmt ist da noch etliches zu entdecken.

Seine Musik ähnelt ein bisschen Schütz, Monteverdi, frühen italienischen Opern. Und ist ergreifend schön.

Mit Dietrich Wrase als Evangelist, den jungen Bässen des dacapo-Chors als Jesus, den Mädchen als die in zweistimmigen Duetten singenden "Seelen" und der Kantorei als turbae (Volkes Stimme) erklang, verziert und umspielt von zwei Violen, eine innige, lupenrein gesungene Vokalmusik aus dem Frühbarock. Vor allem das Duett "Hirsche, die ein Schlang gebissen, schrein nach frischen Wasserflüssen" bringt eine zweite, tiefe Dimension in Text und Musik, die in ihrer Erkenntnis einen fast schaudern lässt. Jesus als der gejagte Hirsch, den die Schlange der Sünde beißt und er sich an unsrer Statt mit dem tödlichen Gift verletzen lässt ... 

Tolle Musik, tolle Leistung der Jugendlichen!

Musikalische Passionsandacht – César Franck: Sieben Worte Jesu am Kreuz

21.3.2016 Stadtkirche

Seit vielen Jahren gibt es bei uns die Tradition, die Karwoche mit einer "Musikalischen Passionsandacht" am Karmontag zu eröffnen. Was sowohl bei Ausführenden und Zuhörerinnen und Zuhörern den Terminplan entspannt. 

In diesem Jahr standen "Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz" von César Franck auf dem Programm. Ein hochromantisches Werk mit fast italienisch anmutenden Arien und verdihaften (Opern)Chören. Superschön gelungen die solistischen (Alice Fuder, Marcus Elsässer, Teru Yoshihara) und chorischen Teile, ein wunderbares Instrumentalistenensemble und eine tolle Bearbeitung von Detlef Dörner, die das Werk durchsichtig und hochkonzentriert macht.

Jesus zieht in Jerusalem ein

20.3.2016 Dreieinigkeitskirche

Schon letztes Jahr hat das kleine Singspiel von Bohm/Timm-Bohm den Kindern und Zuhörenden sehr viel Freude bereitet, so dass sich alle auf den herzigen Esel gefreut haben, auf dem Jesus in Jerusalem einzieht. Noch mehr Spaß allerdings hatten die Wächter der Tore mit ihren massiven Schwertern. Sie sahen auch wirklich schon sehr furchterregend aus, als sie den Jüngerinnen und Jüngern den Weg in die Stadt verwehren wollten.

In der Predigt von Pfarrerin Hechler durfte dann der Esel das Seine zu dem Ganzen beitragen. Ein sehr schöner Auftakt zur Passionswoche mit dem Erst- und Zweitklässlerchor.

Hombre Tango

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Hombre Tango - Klassik meets Tango

Ein grandioses Konzert mit Musik des argentinischen Bandoneonspielers Marcelo Nisinman, Piazzolla, Mozart und Boccerini spielten der international bekannte, in Vaihingen lebende, Gitarrist Friedemann Wuttke, Marcelo Nisinman selbst und das Infinitum-Quartett (Rasa Zukauskaite, 1. Violine; Stefan Balle, 2. Violine; Martin Höfler, Viola; Bernhard Lörcher, Violoncello) unterstützt von Nina Valcheva, Kontrabass am Donerstag, 10.3.2016 in der Stadtkirche.

Eingeladen hatte der Bürgerverein Vaihingen, der dieses Konzert zugunsten der renovierung der Vaihinger Stadtkirchenorgel organisiert und durchgeführt hat. Es war ein wunderbares Erlebnis, in der schönen Akustik der Stadtkirche die melancholischen Klänge des Bandoneons zu hören. Auch Boccherinis Fandango-Quintett für Solo-Gitarre und Streichquartett warf ein ganz neues Licht auf den eigentlich eher "braven" Musiker der Frühklassik, spannend und temperamentvoll ziselierten die Musiker und Musikerinnen den spanischen Tanz für die Zuhörer. 

Zu Beginn und am Ende des Konzerts moderierte Frank-Otto Huber vom Vorstands des Vaihinger Bürgervereins in launigen Worten die Veranstaltung und dankte dem zahlreich gekommenen Publikum für die Unterstützung.

Danke!

Wir möchten uns ganz, ganz herzlich bei allen bedanken, die im vergangenen Jahr die Kirchenmusik in ihren vielfältigen Facetten unterstützt haben. Ob für die Orgelrenovierung, den Freundeskreis oder einzelne Projekte wie z.B. "Krach bei Bach", wir sind sehr glücklich, so viel finanzielle Unterstützung bekommen zu haben. 

Nur als kleines Beispiel hier die Scheckübergaben

der Promi-Kasse im dm-Drogeriemarkt mit Frau Faber-Schrecklein

(für die Orgelrenovierung)

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und der Volksbank Stuttgart für "Krach bei Bach"

 

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GTB

Weihnachtsoratorium 2015

24. - 26.12.2015

Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk gab es in diesem Jahr an den Weihnachtsfesttagen: Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit den Kantaten 1 -3 in den Festgottesdiensten.

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Die Jugendkantorei hatte sich gewünscht, einmal ganz allein, ohne Erwachsene, die erste Kantate zu singen. Und da es derzeit auch noch eine Art "Kleine JUKA", den Konfi-Chor, gibt, der der "Großen JUKA" an Qualität und Können ganz knapp  auf den Fersen ist, war es klar, dass beide Chöre zusammen singen werden. Auch Ex-JUKAler und Gäste waren eingeladen, Hauptsache: U30

.

Und so war es auch. Mitten in der Christnacht, um 23 Uhr, sangen über 60 Jugendliche zwischen 13 - 24 Jahren mit unglaublicher Lust, Präzision und Klangfülle ein wunderbares "Jauchzet, frohlocket". In der vollbesetzten Satdtkirche debütierte der 17 Jahre junge JUKA-Bassist Frederic Mattes mit "Großer Herr und starker König", eine phantastische Leistung! Mit dem ungarischen Tenor Dávid Szigetvári, Bach-Preisträger von 2012, und der jungen Altistin Mirjam Künster gelang eine höchst beeindruckende Aufführung, in der das Weihnachtsgeschehen - dank des glänzend aufgelegten "Ensembles harmonique" - so recht zum Klingen kam.

 

Am nächsten Morgen waren dann die Vaihinger Kantorei, JUKA und Gäste, sowie der Kinderchor und die Kurrende dran. Auch hier volles Haus, ein ganz junger "Engel" aus der JUKA, Mia Federmann, verkündete den Hirten die Geburt des Herrn und Dávid Szigetvári zusammen mit dem Querflötisten Hans-Peter Fink legten ein derart gelungenes "Frohe Hirten, eilt" hin, dass es den Zuhörenden den Atem nahm. Mirjam Künstners "Schlafe, mein Liebster" war so innig, herzenserwärmend und technisch ausgereift gesungen, dass man ihr schon heute eine große Zukunft voraussagen kann. Wieder war Frederic Mattes ein profunder Bass, trotz seiner Jugend souverän und ausdrucksvoll die Rezitative und Ariosi meisternd. Die Kantorei sang sich und die Zuhörer mit dem "englischen" "Ehre sei Gott" quasi in den Himmel und hinreißend die Kinder bei den Chorälen.

 

Der 2. Weihnachtsfeiertag brachte dann die 3. Kantate. Hier hatten die Kinder der Kurrende den Wunsch geäußert, den Eingangschor "Herrscher des Himmels" auch mitsingen zu dürfen. Und natürlich soll das so sein! Wer "Krach bei Bach" gemeistert hat, bekommt auch das hin. Und so waren etwa zwanzig 11-jährige beim Eingangschor dabei, bei den Chorälen noch einmal auch die Grundschul-Kinder aus dem Kinderchor.

 

Im Orchester bestachen die Trompeten mit ihrem perfekten Glanz, Ute Niklaus als Violin-Solisten in der Alt-Arie "Schließe, mein Herze" und - wie auch an den Tagen davor - die verschiedenen Oboistinnen. Die Sopranistin Julia Gauss (ebenfalls einst aus dem JUKA-Pool hervorgegangen) und der Bassist Teru Yoshihara sangen ein ergreifend schönes "Herr, dein Mitleid" und wieder leuchtete der Bibeltext des Evangelisten Dávid Szigetvári in den schönsten Farben.

 

Es zeigt sich bei dieser Art der Aufführung immer wieder, dass das Weihnachtsoratorium von Bach nicht als Konzert konzipiert wurde, sondern als 6 Kantaten in 6 Fest-Gottesdiensten. Liturgie, Musik und Auslegung verbinden sich zu einem Ganzen, in dem jede einzelne "Nummer" getragen und umrahmt von den andern ihre eigene Wertig- und Wichtigkeit bekommt. 

Es war ein wunderschönes Weihnachten 2015, bei dem die Liturgen und Prediger Jonas Helbig, Gottfried Askani, Birgitta Hetzner, Elisabeth Dörrer-Bernhard und Stefan Cohnen mal tagesaktuell, mal in Geschichten, die Weihnachtsbotschaft den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern in die Herzen und mit auf den Weg ins neue Jahr gaben.

 

Besonders schön allerdings war die Ankündigung im Stuttgarter Wochenblatt: an Weihnachten gibts eben nicht nur "Feinste Elisenlebkuchen" oder "Feinste Gänseleberpastete", sondern in Vaihingen auch "FEINSTE KIRCHENMUSIK"! So solls sein!

 Wer´s nicht glaubt, kann´s hier sehen:   http://issuu.com/s-i-r/docs/20151223_vai_stw?e=3299734/32156462

GTB

 

Bach: Magnificat / Britten: Saint Nicolas

5. + 6.12.2015

 

Schon im Vorfeld gabs viel Gemunkel: "Bach - na klar, tolle Musik, läuft wie Öl in die Stimme ... Aber Britten!!! ... Englisch war ja sowieso nie meins" und so weiter und so weiter.

Natürlich konnte sich niemand etwas unter "Saint Nicolas" vorstellen, denn erstens ist dieses Stück selbst hartgesottenen Kirchenmusikern weitestgehend unbekannt und zweitens ist der Druck des Klavierauszugs und noch mehr der Chorpartituren so verwirrend und mühselig schwer zu lesen, dass man allein schon fürs Lesen die doppelte Zeit ansetzen musste. Außerdem verlangt der Verlag für Aufführungsrecht und Leihmaterial  ein so horrendes Geld, dass manche Chöre allein schon deshalb resigniert abwinken. Letztlich hat sich die Mühe und der finanzielle Einsatz aber doch gelohnt, denn dieses kleine Oratorium machte Bachs wunderbarem "Magnificat" harte Konkurrenz. Oder besser gesagt, diese beiden Stücke ergänzten sich perfekt.

 

Die zwölf (!) Sätze des Magnificats sind wie die 12 Perlen der Tore ins himmlische Jerusalem, musikalische  Juwelen jedes einzelne Stück. Ob die von Alice Fuder traumwandlerisch schön gesungene Sopranarie "Quia respexit", das Frauenstimmenterzett (Julia Gauss, Sopran 2; Sabine Czinczel, Alt) "Suscepit Israel", die markant-männliche Bass-Arie (Simon Stricker) "Quia fecit mihi magna" oder das rasante Tenor-"Deposuit"  - jedes Stück funkelt, schillert, leuchtet und ist viel zu schnell vorbei. Die Kantorei sang glanzvoll, präsent, absolut sicher und selbst die schwierigen, fast unsingbar hohen Tenor-Einsätze kamen souverän und exakt. Und natürlich war das Ensemble harmonique wie immer ein virtuoses, glänzend aufgelegtes Orchester mit tollem Klang.

 

images  Julia Kristin Gauss  sabine_czinczelSimon Stricker

 

Danach aber die Überraschung des Abends: Benjamin Brittens St. Nikolaus-Kantate für Streicher, 2 Pianistinnen, vier Schlagzeuger/innen, große Orgel, gemischten Chor, Mädchenchor, Knabenchor, Knabensopran und Solotenor.

 

Hatte der junge isländische Tenor Benedikt Kristjánsson schon im "Deposuit" brilliert, so erreichte sein Können bei Britten einen ungeahnten Höhepunkt. (Was sich schon in der Probe zeigte, worauf alle Chor- und Orchestermitglieder sofort ausströmten, um allen noch Zögernden dringlichst den Besuch einer der Aufführungen ans Herz zu legen, so dass das eher schlecht vorverkaufte Samstagskonzert wirklich gut besucht  und das Sonntagskonzert so gut wie ausverkauft war.)

 

 

 

Doch nicht nur Kristjánssons Stimme (Zitat aus dem Chor: "Er singt so schön, dass einem das Herz wehtut"), auch der Knabensopran von Finn Weber, die Emporenchor-Mädchen der Jugendkantorei unter dem Zweitdirigenten Fabian Kühn und vor allem die 3 x 3 "auferstandenen" Pickled Boys aus dem Kinderchor machten zusammen mit der Kantorei aus einem unbekannten Stück einen Publikumsrenner. Ob es die Legendenerzählung des Frauenchors, das Sturmlied des Männerchors, die siebenstimmige Sagenerzählung oder der Tod des Nikolaus war, immer gelang es Britten, noch was draufzusetzen. Zwei der neun Sätze enden mit Chorälen, die von der Gemeinde mitgesungen werden sollen. Für den Engländer Britten eine Selbstverständlichkeit, für uns eine Überraschung. Doch diese Teile sind derart mitreißend, grandios komponiert, dass einem fast die Tränen kamen vor Schönheit und Ergriffenheit. Und wenn dann noch der Zimbelstern dazukommt ....

 

Es war ein ganz, ganz großes Erlebnis! Und jetzt wollen es alle gleich nochmal singen. Und wenns geht mit Benedikt Kristjánsson.

GTB

Dreikönigskonzert

Eine vollbesetzte Stadtkirche und ein bewegendes Konzertprogramm mit "Ton in Ton" waren ein sehr schöner Abschluss der Weihnachtszeit.

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Beginnend mit gregorianischen Klängen über Schütz und Prätorius bis zu den weltbekannten "Carol of the bells" und John Rutter-Carols berührten die sechs Vokalisten durch ihre Stimmklarheit und einem farbigen und trotzdem absolut harmonischen, geschlossenen Chorklang die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. 

Und für die Orgelrenovierung waren wieder über 1000 Euro in den Spendenkörben. Ein großes Dankeschön an Ausführende und Geber.

GTB

Orgelmärchen „Die schöne Lau“

Uraufführung des Orgelmärchens „Die schöne Lau“

 

Samstag, 31.10.2015 in der Stadtkirche Stuttgart- Vaihingen

Der Blautopf von Blaubeuren ist eine weithin bekannte und äußerst attraktive Sehenswürdigkeit, auch für Menschen, die das „Stuttgarter Hutzelmännlein“ von Eduard Mörike nicht kennen. Just darin wird die Historie von der „schönen Lau“ erzählt.
Diese Geschichte hat nun der gebürtige Blaubeurer und Organist der Kirchengemeinde, Rainer Bohm, in ein sehr anrührendes Orgelmärchen verwandelt.
Zusammen mit dem Maler Hartmut Mezger, der mit wunderbaren Illustrationen das Klangbild unterstreicht, erzählen sie die Historie, unterstützt von Karl- Heinz Himstedt (Pauken, Perkussion) mit überaus phantasievollen Geräuschen und dem Sprecher Rüdiger Erk.

Die Stadtkirche wurde für die Uraufführung ummöbliert, die Stühle im Kirchenschiff gedreht und an der Empore war eine große Leinwand angebracht. Neben der Orgel waren die Schlaginstrumente angeordnet. Aus dem Kirchenschiff wurden die Bilder an die Leinwand projiziert und alles wurde vom Sprecher kommentiert.

So entstand eine Aufführung, die die Zuhörer/innen in die Welt der Märchen entführte. In wunderschönen Bildern gelang es, Naturstimmungen klanglich und bildlich nach zu empfinden: Das Glucksen des Wassers, ein Gewitter, die Nacht über den Dächern und Vieles mehr.
Die Entenmädchen, der pfiffige Hirtenjunge, die betuliche Frau Betha und all die anderen Personen wurden wunderbar zum Leben erweckt.
Und dann die schöne Lau: Ihre Traurigkeit, ihre Anmut und Schönheit, ihre Schläue.

Die vielen Zuhörer/innen und nicht nur die erwachsenen, konnten das Drama mit durchleben und freuten sich, dass die schöne Lau endlich erlöst war. Zum Dank, dass ihr Frau Betha geholfen hat, schenkt sie ihr zum Abschied einen Krug voller Silbergroschen, der sich immer wieder auffüllt, so lange noch ein Groschen darin bleibt.

Auch die zahlreichen kleinen und großen Zuhörer/innen wurden von den Künstlern reich beschenkt und dankten es mit lang anhaltendem Applaus. Es ist zu wünschen, dass dieser Uraufführung noch viele weitere Vorstellungen folgen mögen.

Und es wäre märchenhaft, wenn sich so ein Krug mit Silbergroschen in der Stadtkirche finden ließe, um den Spendenfluss für die Orgel zu unterstützen.

Rainer Fremd

Krach bei Bach

17./18.10.2015 Bürgersaal S-Vaihingen

                         

 Inszenierung und Fotos: Karsten Barthold

GTB