(Losung vom 20.10.2019)

Posaunenchor

 

 

 

 

Posaunenchor Vaihingen im Jahr 2014

 

 

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Posaunenchor Vaihingen beim Open-Air-Konzert

 

 

Der Posaunenchor Vaihingen besteht seit dem Jahr 1906, kann also im Jahr 2016 auf ein 110-jähriges Bestehen zurückblicken. Wenn die Überlieferung stimmt, hat  der Chor die ganzen Jahrzehnte über durchgehend existiert, auch in den schweren Kriegs-  und Nachkriegszeiten , wo oft nur noch wenige Bläser überhaupt sich zusammenfinden konnten.

Die Hauptaufgabe des Chores besteht in der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und liturgischen Feiern in der Vaihinger Stadtkirche, in der Dreienigkeitskirche, soweit die räumlichenUmstände es dort zulassen, sowie bei kirchlichen Feiern im Freien, Gemendefest, Ostern und Totensonntag auf dem Vaihinger Friedhof.

Darüber hinaus werden wir auch  angefragt von der katholischen Kirchengemeinde Vaihingen , z. B. für die Liedbegleitung bei der Fronleichnamsprozession,  von umliegenden Gemeinden, Büsnau, Kaltental für Gottesdienste, Gemeindefeste oder die Mitwirkung bei der sonntäglichen Morgenandacht auf dem Birkenkopf. Auch bei den zweijährlich durchgeführten Abenden „Starkes Blech“, die im stimmungsvollen Innenhof im Alten Schloss stattfinden, beteiligen wir uns seit einigen Jahren.

Zwei bis dreimal jährlich erarbeiten wir ein größeres Programm für eine Feierstunde oder ein Serenadenkonzert, das bei geeignetem Wetter „open air“, unter den Linden zwischen Stadtkirche und Pfarrhaus stattfindet, einem der letzten noch erhaltenen schönen Plätze von Alt-Vaihingen. Bei diesen Programmen wirken gerne auch die Orgel, Pauken oder ein Schlagzeuger mit. 

Neben diesen vielerlei Diensten spielen wir auch bei frohen oder traurigen Anlässen bei Vaihinger Mitbürgern: Geburtstagsständchen oder bei der Bestattung auf dem Friedhof. 

Ausserdem gibt es immer wieder Anfragen von außerhalb, z. B. für die Weihnachtsfeier einer großen Stuttgarter  Klinik, eines ortsansässigen Weltkonzerns, für das Sommerfest des Augustinums oder die Mitwirkung bei den jährlich stattfindenen „Stuttgarter Adventssingen“ in der Liederhalle.

Die Musik die wir spielen, entstammt meist der spezifischen Bläserliteratur, die von den landeskirchlichen Posaunenwerken herausgegeben wird, aber auch spezielle, klassische oder populäre Stücke, die der Chorleiter selber für den Chor arrangiert. So kommen wir mit Musik von der Renaissance bis zu Werken des 21. Jahrhunderts in Berührung, wobei das Wort „Berührung“ ruhig im doppelten Sinn gedacht werden darf, äußerlich beim Proben und Spielen, aber auch nach Innen, wo uns die spezifische Schönheit der Musik eine Ahnung davon gibt, wie Materiell-Physikalisches in nicht-materielle geistige oder seelische Bereiche führen kann. Das sind letztlich die entscheidenden musikalischen Erlebnisse, aus denen die Kraft und die Motivation für Arbeit und Engagement erwächst.

Aber auch die soziale Seite gehört zum Chorleben dazu. In unregelmäßigen Abständen gibt es die „Kurze Probe“ mit anschließender Geselligkeit, es gibt die jährlichen Probenfreizeiten, ab und zu einen Familienabend, und seit ein paar Jahren den absoluten Höhepunkt, die Konzert- und Probenreisen ins Dominikanerkloster Taggia bei San Remo in Ligurien. Dies verdanken wir – wie auch viele tolle musikalische Impulse – unserem „Interims“-Chorleiter Professor Manfred Schreier, der dem Chor weiterhin in Freundschaft verbunden ist. 

Eine wichtige Seite der Chorarbeit ist die Gewinnung und Ausbildung des Bläser-Nachwuchses. Diese Arbeit macht mit viel Liebe und Sachverstand unser Chormitglied Jörg Mayer, der sich darüber hinaus auch für die Pflege und Instandhaltung des Instrumentenbestandes kümmert. 

Seit 2003 wird der Chor vom vom hauptamtlichen Organisten der Stadtkirche, Rainer Bohm geleitet, der als Schüler lange Jahre im Posaunenchor Blaubeuren mitgeblasen hat, und von daher die Posaunenchorarbeit auch aus der Perspektive des Bläsers kennt.

 

 

 

 

Der Posaunenchor probt mittwochs von 19:45 Uhr bis 21:45 Uhr im Lutherhaus

Kaltentaler Straße 1

Leitung: Rainer Bohm

 

Jungbläserausbildung: Jörg Mayer (Kontakt über Gemeindebüro Tel. 0711 133570)

 

 

 

 

 
 

 

auf den nachfolgenden Seiten befindet sich das Archiv vom Posaunenchor

Taggia 2016

Posaunenchor Vaihingen in Ligurien

 Folgende Aufnahme entstand in der Klosterkirche St. Domenico zu Taggia (IM) in Ligurien. Es erklingt die "Toccata" aus der Marienvesper von Claudio Monteverdi, direkt im Anschluß die Vertonung des 100. Psalmes von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Es spielen die Teilnehmer der Taggia-Reise 2016, Leitung Prof. Manfred Schreier,  Aufnahme Jens Rudat

 

 

Bereits zum 4. Mal war der Posaunenchor in Ligurien, hier einige Bilder und Erinnerungen unseres Aufenthaltes über den Oktoberfeiertag 2016

 

Ankunft in Badalucco: in diesem Ort ist die Zeit stehen geblieben; umgeben von Obst- und Olivengärten steigt er malerisch den steilen Hang hinauf, die Gassen sind so schmal, dass die Autos draußen bleiben müssen. Wir sind in einer Ferienwohnungsanlage hoch über dem Flüsschen Argentina untergebracht, direkt mit Blick auf die malerische Altstadt mit ihren hochgezogenen bunt gestrichenen Häusern, den Kirchtürmen und den steil aufragenden bewaldeten Bergen. In die Altstadt führt eine hochgewölbte Brücke aus dem Mittelalter, die schon in römischer Zeit existiert hat, als Teil einer uralten Verkehrsverbindung vom Mittelmeer nach Piemont. Auf dem Weg dahin eine wunderbare Pizzeria, in der wir unser erstes italienisches Abendessen einnehmen.

 

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 Badalucco

 

Gottesdienst in der lutherischen Kirche zu San Remo. Wir spielen mit Pauken und Trompeten, denn auch unser Timpanist, Karl-Heinz Himstedt hat sich mit Frau und Pauken auf den Weg nach Italien gemacht. Für die Gottesdienstbesucher, die teilweise aus weit entfernten Orten angereist sind, ist es etwas Besonderes, einen so klangvollen Posaunenchor dabei zu haben.

 

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Schaukasten der "Chiesa luterana" am Corso Garibaldi in San Remo 

 

Die Kirche liegt an einer belebten Innenstadtstraße, und in den Probenpausen spazieren wir zum alten Hafen oder in die pittoreske Altstadt von San Remo. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es noch ein kleines Konzert – fast alle Gottesdienstbesucher bleiben und hören zu. Beim anschließenden Imbiss kommen wir mit den Besuchern ins Gespräch und erfahren viele Dinge über die Attraktivität und Schönheit Liguriens aber auch über Probleme, von denen der durchschnittliche Tourist vielleicht nur etwas ahnt: z. B., dass die Bergdörfer von den jungen Menschen verlassen werden und viele Häuser leer stehen, die dann von Deutschen oder Holländern aufgekauft werden, dass die mühsam angelegten Terrassen von überhandnehmender Wildschwein-Population beschädigt werden, dass Starkregen und Stürme dann ein leichtes Spiel haben, sie in kurzer Zeit restlos zu zerstören, dass der Klimawandel sich in erhöhter Waldbrandgefahr auswirkt – es sind zwar etliche Löschflugzeuge stationiert, aber wenn mehrere Brände gleichzeitig zu löschen sind, gibt es sehr schnell Engpässe und sich ausbreitende Brände. Auch ein Flüchtlingslager nahe der französischen Grenze mit mehreren hundert Flüchlingen belastet die Menschen, nur private und kirchliche Initiativen kümmern sich mühsam, um das Schlimmste zu verhindern.

 

Messe im „vortridentinischen Ritus“ am Sonntagachmittag in der traumhaft schönen gotischen Klosterkirche von Taggia bietet den liturgisch Interessierten lebendigen Anschauungsunterricht. Es wird nur lateinisch gesprochen, es gibt keine Gemeindelieder, die rituellen Handlungen am Altar geben auch unseren katholischen Chormitgliedern Rätsel auf. Die verschleierten Frauen und Mädchen unter den Gottesdienstbesuchern sehen wir mit gemischten Gefühlen - wir sind im tiefkatholischen Italien angekommen, erstaunlich, dass wir die Feier trotzdem musikalisch mitgestalten dürfen, ja dass nach dem Nachspiel sogar herzlicher Beifall gespendet wird.

 

 Vier Generationen bei der Probe

 

Probe im Klosterhof von St. Domenico. Wieder nimmt uns sofort die zauberhafte Stimmung im Klosterhof gefangen. Es gibt einen durchgehenden überdachten und gewölbten Kreuzgang und den Innenhof mit seinem mehrere hundert Jahre alten Olivenbaum. Die Ruhe und Harmonie des Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert, das südliche Licht und die mediterrane Luft machen ihn zum schönsten Probenraum der Welt. Durch die Abgeschlossenheit des Gebäudes haben wir trotzdem einen klaren und resonanzreichen Klang und können auch doppelchörige Stücke spielen, jeder Chor stellt sich in einer anderen Ecke des Kreuzganges auf, das Klangerlebnis ist unvergesslich. Wieder freuen wir uns an dem inspirierenden Dirigat von Professor Manfred Schreier und seinem geduldig-fröhlich-fordernden Probenstil, der uns auch die musikalischen und theologischen Hintergründe der Stücke nahebringt.

 

Probe unter dem Olivenbaum

 

Gemeinsame Mahlzeiten im Refektorium - „Silentium“ steht an der Wand - unter den Fresken von Ludovico Brea – einen schöneren Essraum kann auch ein Fünfsterne-Hotel nicht bieten. Valerio – unser italienischer Freund und Kontaktmann – kocht eine köstliche Pasta, an der sich alle satt essen dürfen. Wir freuen uns wieder an der harmonischen Gemeinschaft, zu der auch Freunde und Freundinnen aus den Posaunenchören von Möhringen, Degerloch und Tübingen gehören. Die Altersspanne reicht von 2 Monaten bis Mitte 70 – so sind vier Generationen zusammen – viel zu schnell vergehen die Tage.

 

Dank – Valerio Fasoli für die Betreuung und Organisation in Italien, Manfred Schreier für die Proben und die musikalische Leitung, Thomas Zika für die Organisation der Fahrt und der finanziellen Seite, und nicht zuletzt unserem Vaihinger Gemeindemitglied, das durch eine großherzige Spende dafür sorgte, dass der finanzielle Rahmen eingehalten und die Studenten kostenfrei mitgenommen werden konnten.

Rainer Bohm

Jungbläser

Ständle

In der Regel erhalten alle Mitglieder der ev. Kirchengemeinde S-Vaihingen ab dem 80. Geburtstag ein Anschreiben mit dem Angebot eines Geburtstagsständles durch den Posaunenchor. Wenn es nicht unmöglich ist, wird gerne ein oder mehrere Lieblingslieder des Jubilars gespielt.

Es ist jederzeit möglich, den Chor wegen eines Ständles auch außerhalb dieser Regel anzufragen. Wenn es zeitlich möglich ist, und alle Stimmen besetzt werden können, sind wir gerne bereit ein Ständle zu spielen, gerne auch als Überraschung. Wir schreiben keine Rechung, freuen uns aber über eine Spende, die der Finanzierung der Chorarbeit zugute kommt.

Bei Bedarf wenden Sie sich an die Chormitglieder oder das Gemeindebüro (Tel. 133570)