Weltweite Christenheit

Jede Gemeinde der Evangelischen Landeskirche unterstützt

ein Projekt der Weltweiten Christenheit

Das Projekt wird durch den Kirchengemeinderat ausgewählt,
speziell durch den Ausschuss für Gemeindearbeit.

Wir unterstützen seit vielen Jahren Projekte im Nahen Osten.
Vor allem die Schneller-Schulen und immer wieder auch "den Sternberg".

Spenden sind erwünscht

und können mit Betreff "Sternberg" auf folgendes Konto der Kirchengemeinde überwiesen werden:

IBAN DE67 5206 0410 000 4006 70
BIC GENODEF1EK1, Ev.Bank Stuttgart

 

 

Sternberg in der Coronazeit

Unser Missionsprojekt 2018 bis 2020 ist
"Der Sternberg" in Ramallah / Palästina

Es ist ein Förderzentrum der Herrnhuter Brüdergemeine für behinderte Kinder und Jugendliche.

Frau Katharina Goodwin lebt in Stuttgart, ist im Vorstand der Herrnhuter Missionshilfe und ist jedes Jahr mehrmals dort.

Sie leitete uns im August einen Brief der Direktorin des Sternbergs vom 18.Mai 2020 weiter.

Am 18.05.2020 schreibt Ranya Kharam, die Direktorin des Sternbergs

Das Corona-Virus hatte einen sehr großen Einfluss auf das Leben der Palästinenserinnen und Palästinenser im Heiligen Land. Während die Zahl der Infektionen und die Zahl der Todesfälle bei uns im Vergleich zu anderen Ländern minimal war, hat die Corona-bedingte Einstellung der Arbeit hunderttausende Familien um ihr Einkommen gebracht, bei 4.5 Millionen Einwohnern gesamt.

Seit dem Aufkommen des Corona-Virus im Westjordanland und im Gazastreifen wurden mindestens 50.000 Familien in die Sozialhilfe-Liste der Palästinensischen Autonomiebehörde aufgenommen. Darunter waren auch einige Familien, deren Kinder und Jugendliche das Sternberg-Förderzentrum besuchen.

Der Lockdown hat auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, die Förder- und Bildungsarbeit leisten, betroffen. Am 17. März 2020 stellte das Sternberg-Förderzentrum seine gesamte Arbeit ein.

Die Leitung des Zentrums entschied, Online-Bildungstools zu entwickeln. Eine Vielzahl von Schulungsübungen (pädagogisch und therapeutisch) konnten dann per Internet abgerufen werden: kurze Filme und Arbeitspapiere. Das Zentrum hat viele der selbst entwickelten Demonstrationen auf Facebook veröffentlicht, um sie möglichst allen Schüler und Studenten und ihren Hilfspersonen zugänglich zu machen.

Während wir anfangs befürchteten, die Schüler und Studenten und deren Familien könnten wenig Interesse an einer Online-Kommunikation haben, staunten wir bald über eine bemerkenswert gute Zusammenarbeit und über viel Interaktion, die dank der bereitgestellten Übungen möglich war.

Das Sternberg-Förderzentrum bat die Eltern der Auszubildenden, Videos von ihren Kindern aufzunehmen, die diese bei den einzelnen Übungen zeigen, und diese Videos anschließend auf Facebook zu posten. Dieses Verfahren ermutigte die Auszubildenden, weiter fleißig zu trainieren und zu lernen, ähnlich wie ihre Geschwister ohne Behinderungen.

Frau Goodwin berichtet im August über die Zeit ab Juni 2020

Anfang Juni konnte die Einrichtung zur großen Freude der SchülerInnen und der MitarbeiterInnen wieder geöffnet werden, musste aber nach kurzer Zeit wegen eines zweiten Lockdowns wieder schließen. Jetzt war erst mal bis Ende August Sommerpause.

Wie es dann weitergeht, kann jetzt [Stand August 2020] noch niemand sagen. Es sieht aber bei der derzeitigen Entwicklung der Pandemie nicht danach aus, als könnte der Sternberg seinen Betrieb bald wiederaufnehmen.

Trotzdem geht die Arbeit weiter, vor allem am Neubau des Kindergartens.

Durch die Schließung der Einrichtung gab es gute Bedingungen für den Weiterbau. Der Rohbau ist beendet und der Innenausbau mit Fließen-, und Elektro- und Fensterarbeiten wird voraussichtlich im September auch fertig werden. Alle Mitarbeitenden im Leitungsteam sind optimistisch, dass die Kinder in naher Zukunft das nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit errichtete Gebäude einweihen können. Ein Großteil der Finanzierung des neuen Kindergartens lief über die Herrnhuter Missionshilfe.

Ein alter Traum, die Anschaffung von einem neuen Bus für den Transport der Kinder, konnte auch realisiert werden. Wir hoffen und beten, dass er bald für den normalen Betrieb eingesetzt werden kann.

Gottesdienst Reminiszere mit Gebeten für Syrien

Die EKD rief für den 8. März 2020, Sonntag Reminiszere, alle Kirchengemeinden dazu auf, für bedrängte und verfolgte Christen in Syrien zu beten. 

Sowohl im Ostgemeindehaus als auch in der Dreieinigkeitskirche ging Pfarrerin Hechler in der Predigt daher besonders auf Syrien ein und berichtete von Pfarrer Selimian aus Aleppo.

Im Fürbittenteil hatte jeder Gottesdienstbesucher Gelegenheit, Grüsse und Gebete an die evangelisch-armenische Gemeinde in Aleppo zu schreiben. 

Der Gottesdienst ging vielen zu Herzen und es wurden bewegende Gebete niedergeschrieben. Immer wieder wurde besonders der Wunsch nach Frieden ausgedrückt.

Auf dem Bild sieht man die Gebete zusammengelegt zu einem Kreuz.

Doch wie sollten diese Gebete nach Aleppo kommen? Und dann auch noch ins Arabische übersetzt?

Benedikt Jetter wusste, dass Pfarrer Selimian gerade noch wenige Tage in Deutschland ist/war. Es gab also unerwartet eine Möglichkeit, ihm diese Gebete direkt in Deutschland zu übergeben. Eile war geboten.

Ursula und Benedikt Jetter übersetzten die Gebete noch am selben Abend ins Englische - jeweils auf die Rückseite.  Ursula Jetter schickte die Grüsse und Gebete sofort nach Leipzip zum Gustav-Adolf-Werk. Dort bekam Pfarrer Selimian diese Grüsse vom GAW-Pfarrer Enno Haaks persönlich überreicht.

18.März 2020 - Hans-Joachim & Ursula Jetter

 

 

 

 

Unser Projekt 2018 bis 2020: Der „Sternberg"

Eine Behinderten-Arbeit der Herrnhuter Brüdergemeine (englisch „Moravian Church“ von „Mährisch“), die auch das Losungsbüchlein herausgibt.

Der "Sternberg" liegt in Ramallah in den Palästinensischen Autonomiegebieten im Westjordanland nahe bei Jerusalem. Diese Einrichtung ist im 19. Jahrhundert entstanden und musste nach dem 2. Weltkrieg (wie die Schneller-Schulen) neu aufgebaut werden. Ursprünglicher Inhalt war die Lepra-Hilfe.

Später wandte man sich Menschen mit geistiger Behinderung zu.

Heute lässt sich die Arbeit auf dem Sternberg in vier Bereiche unterteilen:

  • Der älteste und ursprüngliche Teil ist die Förderschule (Special Education Programm).
  • Schon bald entwickelte sich die Dorfarbeit (Community Work Programm), die auch Gemeinwesenarbeit genannt wird.
  • In den 90er Jahren wurde als Ergänzung zur Schule die Berufsausbildung hinzugefügt (Vocational Training Programm).
  • Das jüngste Arbeitsfeld des Sternbergs ist der Kindergarten, der 2007 eingerichtet wurde (Kindergarten Programm).

So hat sich der Sternberg von einem abgeschiedenen Leprakrankenhaus zu einem offenen lebendigen Schulzentrum entwickelt, das weit über seine Steinmauern hinaus bekannt ist. Die Förderschule kann 45 Schüler/innen erreichen, die Dorfarbeit dagegen fast 300 Kinder.
Auf dem Sternberg arbeiten Christen und Muslime zusammen. Ungefähr ein Drittel der Mitarbeiterschaft ist christlich, die anderen muslimisch.

Siehe Internet-Seite   „Sternberg"